Fehlende Marktüberwachung das A und O

Lupe

Revisionsprozess der Ökodesign- und Energielabeling-Richtlinie

In Brüssel trafen sich heute zahlreiche Interessengruppen, um gemeinsam die ersten Ergebnisse der Studien zur Revision der Ökodesign- und Energielabeling-Richtlinien zu diskutieren. Fehlende Marktüberwachung war dabei nicht nur aus Sicht der Europäischen Kommission ein wichtiges Thema. 

EU Kommission, A-G-Skala aus Verbrauchersicht am einfachsten

EU Kommission, “Altes Label, neues Label”, A-G-Skala aus Verbrauchersicht am einfachsten

EU-Kommission: A-G-Skala aus Verbrauchersicht am einfachsten

Neben einer möglichen Ausweitung und Neuordnung der Ökodesign- und Labeling-Richtlinien drehte sich das dritte und damit letzte Konsultationstreffen zur Revision der Ökodesign- und Energielabeling-Richtlinie auch um fehlende Marktüberwachung. Während der Veranstaltung wurde fehlende Marktüberwachung immer wieder als eine der größten Hürden beim Erreichen der gesetzten Einsparziele, aber auch als Hindernis für eine Ausweitung der Richtlinie gesehen: ohne mögliche Überprüfung der Kriterien auch keine Ausweitung. Kritik kam dabei neben den Studienmachern und der Verbraucherverbände auch von Seiten der Industrie, die vor allem mit steigender Ambition der Vorgaben Wettbewerbsnachteile befürchtet. Juraj Krivošik von SEVEn sprach stellvertretend für die Verfasser der Studien davon, dass aktuell lediglich 0,6 Prozent des Marktes, der eigentlich betroffen ist von Ökodesign und Energielabeling, überwacht werden kann. Schuld sei neben einer mangelhaften finanziellen und personellen Ausstattung der Marktüberwachungsbehörden auch fehlende Kooperationen innerhalb der EU. Wenn vielfach in jedem Mitgliedstaat die gleichen Produkte getestet würden, sei das ineffizient und unnötig, so Krivošik.

Spannend wird es auch am morgigen Tag, wenn LEI und IPSOS die ersten Ergebnisse ihrer Untersuchung zum Verbraucherverständnis neuer Label vorstellen und DG Energy sich dazu äußert, welche Teile der Studien bei der Revision berücksichtigt werden. Die Ergebnisse sollen ab Anfang 2015 in die Revision der betreffenden Richtlinien einfließen.