Abschlussreport zur Kennzeichnung im Handel

Das EU-weite Projekt MarketWatch (in Deutschland: MarktChecker) hat es sich u.a. zur Aufgabe gemacht, elektronische Geräte daraufhin zu testen, ob sie tatsächlich so effizient sind, wie sie angeben – und, ob die Händler das Energieeffizienzlabel korrekt anzeigen. Innerhalb von drei Jahren hat das Projekt 737 Geschäfte und Onlineshops in ganz Europa kontrolliert und 103.141 Haushaltsgeräte vom Fernseher bis zur Lampe untersucht.

Mehr als die Hälfte der Geräte in den europaweit untersuchten Läden waren falsch gekennzeichnet, ein Fünftel hatte gar kein Energielabel. Allerdings lassen diese Ergebnisse keine Aussagen über die gesamte Marktsituation zu, da die Untersuchungen des MarketWatch-Projekts von vornherein auf bestimmte Segmente des Markts konzentriert waren, in denen Verstöße vermutet wurden.

Nichtsdestotrotz gehen Experten davon aus, dass durch falsch gekennzeichnete Produkte europaweit jährlich mehr als zehn Milliarden Euro Einsparungen verloren gehen. Auch deshalb müssen die Vorgaben der EU-Kommission zu Ökodesign und dem Energielabel befolgt werden.

Anleitung für NGOs und Verbraucher

MarktChecker

Welche gesetzlichen Anforderungen gibt es an das Energielabel eines Kühlschranks, welche an das Label eines Fernsehers? Welche Angaben zum Energiesparen muss ein Benutzerhandbuch einer Waschmaschine enthalten? Und wie können NGOs und VerbraucherInnen die Marktüberwachung ganz allgemein stärken?

Mit der “Anleitung für NGOs und Verbraucher zur Kontrolle der Vorgaben des Energielabels und Ökodesign im Einzel- und Online-Handel” gibt das MarktChecker-Projekt eine Einführung in die gesetzlichen Effizienz-Anforderungen der Produktpolitik der Europäischen Union. Die beiden Instrumente Ökodesign und Energieverbrauchskennzeichnung sind seit vielen Jahren für die meisten Haushaltsgeräte verpflichtend und können leicht in Geschäften überprüft werden. Zivilgesellschaftliche Organisationen und auch private Verbraucher können daher dazu beitragen, Regelverstöße zu erkennen, Verbesserungen einzufordern und so größeren Druck für die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen auszuüben.

Viele Händler in Europa nutzen Energielabel nicht korrekt

Marketwatch-Report

Im Rahmen des EU-Projekts “MarketWatch” wurden europaweit 30.000 Elektronikprodukte in 243 Läden (Onlineshops und stationärer Handel) überprüft. Das Ergebnis: Etwa bei der Hälfte der Produkte war kein korrektes Energielabel angebracht. Bei einem Fünftel fehlte das Label komplett, so dass die Verbraucherinnen und Verbraucher den Energieverbrauch der entsprechenden Fernseher, Kühlschränke, Staubsauger etc. nicht beim Kauf berücksichtigen konnten. Bei einem weiteren knappen Drittel der Produkte waren die Energielabel entweder im falschen Format (20 Prozent), zu weit vom Produkt entfernt (4 Prozent) oder auf dem falschen Produkt (3 Prozent) angebracht. Etwa 500 der von den MarketWatch-Partnern untersuchten Produkte entsprachen nicht den Mindestvorgaben der Ökodesign-Verordnungen, weil ihr Energieverbrauch zu hoch ist.

In Deutschland waren die Zahlen etwas besser als in der gesamteuropäischen Betrachtung. Hierzulande wurden im stationären Handel 12 Prozent der vom VZBV und dem BUND untersuchten Produkte ohne Energielabel angeboten (im Onlinehandel: 2 Prozent). Falsch zugeordnete oder nicht korrekt platzierte Label gab es im Einzelhandel so gut wie keine, Onlineshops taten sich dagegen mit der korrekten Etikettierung schwer: Bei 23 Prozent passte das Energielabel nicht zum Produkt. Veraltete Labels bzw. Energielabel in einem falschen Format gab es im stationären Handel an 8, im Onlinehandel an 5 Prozent der Produkte. Im stationären Handel waren Fernseher, Elektroöfen und Staubsauger die fehleranfälligsten Produktkategorien, im Onlinehandel wurden am häufigsten Weinlagerschränke, Elektroöfen und Staubsauger mit nicht korrekten oder keinen Energielabeln gekennzeichnet.

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Studie: Große Bereitschaft zum Kauf effizienter Produkte

Frau geht ein Licht auf; Foto: Erdbeermarmelade / photocase.de

Deutsche VerbraucherInnen achten beim Einkaufen verstärkt auf energieeffiziente Produkte. Das zeigt die Studie “Umweltbewusstsein in Deutschland 2014”, die das Bundesumweltministerium (BMUB) in Auftrag gegeben hat. Bei der repräsentativen Bevölkerungsumfrage gaben 46 Prozent der Befragten an, beim Kauf von Haushaltsgeräten immer die energieeffizienteste Alternative zu wählen. Weitere 25 Prozent tun dies häufig. Bei Leuchtmitteln liegen die Zahlen sogar noch etwas höher (s. Grafik).

Abbildung 25: Häufigkeit des Kaufs von energieeffizienten Produkten; Quelle: BMUB / Studie "Umweltbewusstsein in Deutschland 2014", S. 53

Häufigkeit des Kaufs von energieeffizienten Produkten; Quelle: BMUB / Studie “Umweltbewusstsein in Deutschland 2014”, S. 53

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zeitvergleich: Bekanntheit und Einfluss der Energieverbrauchskennzeichnung; Quelle: BMUB / Studie "Umweltbewusstsein in Deutschland 2014", S. 54

Zeitvergleich: Bekanntheit und Einfluss der Energieverbrauchskennzeichnung; Quelle: BMUB / Studie “Umweltbewusstsein in Deutschland 2014”, S. 54

Energielabel bekannt und nützlich

Das Energielabel ist inzwischen fast allen VerbraucherInnen bekannt (95 Prozent). Und auch der Einfluss auf die Kaufentscheidungen ist mittlerweile sehr groß: Gaben im Jahr 2008 noch 64 Prozent der Befragten an, dass sie beim Kauf von Produkten die Kennzeichnung des Energieverbrauchs berücksichtigen, sind es 2014 bereits 84 Prozent.

Mit dem Kauf energieeffizienter Geräte können VerbraucherInnen die Umwelt effektiv entlasten. So betont das BMUB, dass ein Fünftel der CO2-Belastung, die durch das Wohnen entsteht, auf technische Geräte und Beleuchtung entfällt.

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Wenn “A” draufsteht, aber nicht “A” drin ist

Eneergielabel; Foto: Haushaltsgeld.net / pixelio.de

Dem ein oder anderen ist das schon einmal passiert: Da hat man einen alten Kühlschrank durch einen neuen sparsameren ersetzt und trotzdem sinkt die Stromrechnung nicht. Beim Nachmessen ergibt sich dann, dass das Gerät mehr verbraucht als eigentlich angegeben. Wie das passieren kann und was zu tun ist, erklären wir Ihnen hier. 

Doch kein Fehler?

Zunächst einmal kann es sein, dass gar kein Widerspruch zwischen dem von Ihnen gemessenen und dem vom Hersteller angegebenen Verbrauch besteht. Die Angaben auf dem Energielabel beziehen sich nämlich lediglich auf Standardmessungen nach Norm und lassen nur bedingt Rückschlüsse auf den tatsächlichen Verbrauch zu. So werden die Werte beispielsweise bei Kühl- und Gefriergeräten unter der Vorgabe erhoben, dass die Tür die gesamte Zeit geschlossen bleiben muss. Das leuchtet zwar nur bedingt ein, ist aber aufgrund der Vergleichbarkeit der Messungen erforderlich. Somit ist es auch nahezu unmöglich, die angegebenen Werte vom Energielabel später in der Praxis wiederzufinden. Trotzdem können Unstimmigkeiten bleiben: So basieren beispielsweise bei Kühl- und Gefriergeräten die Messungen nach Norm auf einer sehr hohen Umgebungstemperatur von 25 Grad, die etwaige Unterschiede kompensieren soll.

Weitere mögliche Fehlerquellen

Eine Fehlerquelle bei einer Überprüfung zuhause sind mitunter auch die verwendeten Messgeräte. Einige Messgeräte haben Probleme mit der sogenannten Blindleistung, die vor allem bei Waschmaschinen, Netzteilen und Kühlschränken auftritt. Wenn das Messgerät diese nicht zuverlässig erkennt und vom erhobenen Verbrauch abzieht (Blindleistung fließt ins Netz zurück) ergeben sich deutliche Abweichungen, die gerade bei der Hochrechnung auf den Jahresverbrauch deutlich ins Gewicht fallen. Die Stiftung Warentest hat im Jahr 2008 Messgeräte getestet. Eventuell findet sich dort auch noch ein weiterer Hinweis auf die Ursache dieser hohen Abweichungen.

Meldung bei den Behörden machen

Wenn diese Messfehler vernachlässigt werden können, sollten Sie die Beobachtungen der zuständigen Marktüberwachungsbehörde melden. Die Marktüberwachung ist Aufgabe der Bundesländer. Die Zuständigkeit richtet sich dabei nach Ort des Einkaufs, Wohnort des betroffenen Verbrauchers und Sitz des Importeurs. Hier finden Sie die Adressen der zuständigen Behörden.

Wenn Sie sich an die zuständige Behörde richten, sollten Sie unbedingt folgende Informationen melden: Hersteller/Marke, Typ, Ausführung und Leistungsangaben sowie den Grund Ihrer Meldung. Des Weiteren sollten Sie, wenn möglich, das Herstelldatum, die Seriennummer, ein Bild des Typenschilds sowie den Fundort bzw. wo das Produkt gekauft wurde, angeben. Wenn Sie eine Rückmeldung wollen, geben Sie zusätzlich Ihren Namen sowie Kontaktmöglichkeiten an. Ihr Name wird von der Behörde natürlich nicht veröffentlicht. Doch bekommen Sie nur so eine Rückmeldung, da die Verfahren für Nichtbetroffene geheim gehalten werden. Sie können Ihre Meldung aber auch über die Datenbank der Behörden ICSMS machen.

Bekomme ich ein neues Gerät?

Leider bekommen Sie mit Ihrer Meldung nicht automatisch ein neues Gerät. Die Behörden testen nur Neuware. Da sind Sie dann doch auf den Hersteller angewiesen. Sollten die Behörden aber nachweisen können, dass alle Geräte des gleichen Typus zu viel verbrauchen, stehen Ihre Chancen gut. Für eine kurzfristige Linderung des Verbrauchs bleibt Ihnen ansonsten nur Ihr eigenes Nutzerverhalten. Bei Kühl- und Gefriergeräten können Sie über die Temperatureinstellung, die Dauer der Türöffnungen oder den Füllgrad den Energieverbrauch reduzieren. Hier finden Sie Tipps zum Energiesparen.

Was sagt mir das Energielabel beim Kühlschrankkauf?

Kühlschränke im Elektromarkt; Foto: CC BY-NC-SA 2.0 / Tom Raftery

Jeder Verbraucher kennt das: Da steht man im Fachgeschäft und möchte z.B. einen neuen, möglichst energiesparenden Kühlschrank kaufen. Dass die regenbogenfarbenen Energielabel auf den Geräten bei der richtigen Auswahl helfen, weiß inzwischen jeder. Doch ohne Hintergrundwissen fühlt sich so mancher Käufer durch die Angaben eher verwirrt als aufgeklärt.

Dabei kann das Energielabel gut dabei helfen, besonders sparsame Geräte leicht zu erkennen. Gerade bei Kühl- und Gefrierschränken ist das ausgesprochen sinnvoll. Denn durchschnittlich entfallen mehr als 15 Prozent des Stromverbrauchs eines Haushalts auf diese Geräte.

Deshalb erklärt MarktChecker Ihnen hier, was die Angaben auf dem Energielabel bedeuten – und wie Sie besonders effiziente, und damit bares Geld sparende Kühlgeräte erkennen.

1. Die Effizienzklasse

A++

Kühl- und Gefriergeräte werden in die Effizienzklassen A+++ bis D eingeteilt. Da seit Juli 2012 keine Geräte mehr in den Handel kommen dürfen, die schlechter als A+ sind, sollte beim Neukauf unbedingt auf eine gute Effizienzklasse geachtet werden. So spart ein Kühlschrank in der Bestklasse A+++ gegenüber einem A+ Gerät durchschnittlich 50 Prozent Energie. Ein A++ Gerät spart noch 25 Prozent Energie gegenüber einem A+ Gerät. Die Effizienzklasse gibt den Stromverbrauch im Verhältnis zur Gerätegröße wieder und lässt sich daher nur teilweise vom absoluten Verbrauch beeinflussen. Achten Sie daher auch unbedingt darauf, dass das Gerät Ihren individuellen Bedürfnissen entspricht: Mit einem überdimensionierten Kühlschrank und unnötigen Zusatzfunktionen wie Eiswürfelspender kann keine Energieeinsparung erzielt werden!

2. Der Jahresstromverbrauch

JahresstromverbrauchEbenfalls auf dem Label findet sich der Jahresstromverbrauch in Kilowattstunden (KWh). Dieser richtet sich nach Standardwerten gemessen über einen Verlauf von 24 Stunden bei geschlossener Tür. Der Jahresstromverbrauch gibt daher nur bedingt den zu erwartenden Verbrauch wieder. Der tatsächliche Verbrauch richtet sich erheblich nach Aufstellungsort, durchschnittlicher Füllmenge des Kühlschranks, eingestellter Innentemperatur und Intaktheit der Dichtungen des Geräts. Kleine Kühlgeräte der Klasse A+++ verbrauchen dabei mittlerweile weniger als 100 kWh Strom pro Jahr, effiziente Kühl-Gefrier-Kombinationen liegen bei etwa 150 kWh.

3. Der Platz im Kühlbereich

Platz im KühlbereichDas folgende Symbol beschreibt den Nutzinhalt in Litern für den Kühlbereich. Unser Tipp: Wählen Sie beim Kauf eine Gerätegröße, die Ihren persönlichen Bedürfnissen am besten entspricht. Rechnen Sie dabei pro Person mit etwa 50 Litern Nutzinhalt.

 

 

4. Der Platz im Gefrierfach

Platz im GefrierfachMit diesem Symbol auf dem Energielabel wird der Nutzinhalt in Litern des Gefrierbereichs angegeben. Überlegen Sie auch hier gut, was Sie wirklich brauchen! Nicht ausgelastete Gefrierfächer verbrauchen viel unnötige Energie, da bei jedem Öffnen besonders viel kalte Luft entweicht und durch warme Luft ersetzt wird.

 

 

5. Die Lautstärke

LautstärkeDie so genannte maximale Geräuschentwicklung in Dezibel (dB(A)) oder auch Luftschallemissionen genannt, bezeichnet die Lautstärke des Geräts. Auch hier gilt: Weniger ist mehr! Je niedriger der angegebene Wert ist, umso leiser ist das Gerät. Je leiser das Gerät ist, umso besser ist die Isolierung und umso seltener muss das Gerät kühlen. Sie schonen mit niedrigen Geräuschpegeln also nicht nur Ihre Ohren, sondern auch den Geldbeutel. Typische Werte bei Kühlgeräten liegen zwischen der Flüsterlautstärke 30 dB(A) und 40 dB(A), was in etwa leiser Musik entspricht. Bei Geräten mit mehr als 40 Dezibel sollten Sie noch einmal genauer hinschauen.

Also: Überlegen Sie sich vor dem Kauf eines Kühlgeräts zunächst gut, wie viel Platz Sie wirklich für Ihre Lebensmittel benötigen. Wenn Sie dann die Angaben auf dem Energielabel berücksichtigen, finden Sie leicht einen Kühlschrank, der sparsam ist und Ihren Ansprüchen gerecht wird. Besonders sparsame Haushaltsgeräte finden Sie übrigens in der Übersicht der Verbraucherzentrale Energieberatung und auf den „EcoTopTen“-Seiten des Öko-Instituts. Weitere Informationen zum Energieverbrauch von Kühl- und Gefriergeräten bietet das Infoblatt der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.