Was sagt mir das Energielabel beim Kühlschrankkauf?

Kühlschränke im Elektromarkt; Foto: CC BY-NC-SA 2.0 / Tom Raftery

Jeder Verbraucher kennt das: Da steht man im Fachgeschäft und möchte z.B. einen neuen, möglichst energiesparenden Kühlschrank kaufen. Dass die regenbogenfarbenen Energielabel auf den Geräten bei der richtigen Auswahl helfen, weiß inzwischen jeder. Doch ohne Hintergrundwissen fühlt sich so mancher Käufer durch die Angaben eher verwirrt als aufgeklärt.

Dabei kann das Energielabel gut dabei helfen, besonders sparsame Geräte leicht zu erkennen. Gerade bei Kühl- und Gefrierschränken ist das ausgesprochen sinnvoll. Denn durchschnittlich entfallen mehr als 15 Prozent des Stromverbrauchs eines Haushalts auf diese Geräte.

Deshalb erklärt MarktChecker Ihnen hier, was die Angaben auf dem Energielabel bedeuten – und wie Sie besonders effiziente, und damit bares Geld sparende Kühlgeräte erkennen.

1. Die Effizienzklasse

A++

Kühl- und Gefriergeräte werden in die Effizienzklassen A+++ bis D eingeteilt. Da seit Juli 2012 keine Geräte mehr in den Handel kommen dürfen, die schlechter als A+ sind, sollte beim Neukauf unbedingt auf eine gute Effizienzklasse geachtet werden. So spart ein Kühlschrank in der Bestklasse A+++ gegenüber einem A+ Gerät durchschnittlich 50 Prozent Energie. Ein A++ Gerät spart noch 25 Prozent Energie gegenüber einem A+ Gerät. Die Effizienzklasse gibt den Stromverbrauch im Verhältnis zur Gerätegröße wieder und lässt sich daher nur teilweise vom absoluten Verbrauch beeinflussen. Achten Sie daher auch unbedingt darauf, dass das Gerät Ihren individuellen Bedürfnissen entspricht: Mit einem überdimensionierten Kühlschrank und unnötigen Zusatzfunktionen wie Eiswürfelspender kann keine Energieeinsparung erzielt werden!

2. Der Jahresstromverbrauch

JahresstromverbrauchEbenfalls auf dem Label findet sich der Jahresstromverbrauch in Kilowattstunden (KWh). Dieser richtet sich nach Standardwerten gemessen über einen Verlauf von 24 Stunden bei geschlossener Tür. Der Jahresstromverbrauch gibt daher nur bedingt den zu erwartenden Verbrauch wieder. Der tatsächliche Verbrauch richtet sich erheblich nach Aufstellungsort, durchschnittlicher Füllmenge des Kühlschranks, eingestellter Innentemperatur und Intaktheit der Dichtungen des Geräts. Kleine Kühlgeräte der Klasse A+++ verbrauchen dabei mittlerweile weniger als 100 kWh Strom pro Jahr, effiziente Kühl-Gefrier-Kombinationen liegen bei etwa 150 kWh.

3. Der Platz im Kühlbereich

Platz im KühlbereichDas folgende Symbol beschreibt den Nutzinhalt in Litern für den Kühlbereich. Unser Tipp: Wählen Sie beim Kauf eine Gerätegröße, die Ihren persönlichen Bedürfnissen am besten entspricht. Rechnen Sie dabei pro Person mit etwa 50 Litern Nutzinhalt.

 

 

4. Der Platz im Gefrierfach

Platz im GefrierfachMit diesem Symbol auf dem Energielabel wird der Nutzinhalt in Litern des Gefrierbereichs angegeben. Überlegen Sie auch hier gut, was Sie wirklich brauchen! Nicht ausgelastete Gefrierfächer verbrauchen viel unnötige Energie, da bei jedem Öffnen besonders viel kalte Luft entweicht und durch warme Luft ersetzt wird.

 

 

5. Die Lautstärke

LautstärkeDie so genannte maximale Geräuschentwicklung in Dezibel (dB(A)) oder auch Luftschallemissionen genannt, bezeichnet die Lautstärke des Geräts. Auch hier gilt: Weniger ist mehr! Je niedriger der angegebene Wert ist, umso leiser ist das Gerät. Je leiser das Gerät ist, umso besser ist die Isolierung und umso seltener muss das Gerät kühlen. Sie schonen mit niedrigen Geräuschpegeln also nicht nur Ihre Ohren, sondern auch den Geldbeutel. Typische Werte bei Kühlgeräten liegen zwischen der Flüsterlautstärke 30 dB(A) und 40 dB(A), was in etwa leiser Musik entspricht. Bei Geräten mit mehr als 40 Dezibel sollten Sie noch einmal genauer hinschauen.

Also: Überlegen Sie sich vor dem Kauf eines Kühlgeräts zunächst gut, wie viel Platz Sie wirklich für Ihre Lebensmittel benötigen. Wenn Sie dann die Angaben auf dem Energielabel berücksichtigen, finden Sie leicht einen Kühlschrank, der sparsam ist und Ihren Ansprüchen gerecht wird. Besonders sparsame Haushaltsgeräte finden Sie übrigens in der Übersicht der Verbraucherzentrale Energieberatung und auf den „EcoTopTen“-Seiten des Öko-Instituts. Weitere Informationen zum Energieverbrauch von Kühl- und Gefriergeräten bietet das Infoblatt der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Ökodesign stärken – für mehr Energieeffizienz und Klimaschutz in Europa!

Europa bei Nacht; Foto: CC BY-NC 2.0 / NASA

In unregelmäßigen Abständen schwappt eine Populismus-Welle durch Deutschland. Ob zur Europawahl oder der Umsetzung einer neuen EU-Verordnung – Gerne werden zuvorderst von europakritischen Parteien in öffentlichen Reden oder Debatten pauschal die so genannte „Regulierungswut“ oder  „Hinterzimmer-Diplomatie“ in Brüssel kritisiert. Einige Massenmedien übernahmen leider diese populistische Schwarzmalerei unreflektiert.

Als Beispiele wurden zuletzt im Europawahlkampf Ökodesign-Anforderung für Kaffeemaschinen sowie die künftigen Regelungen für Staubsauger angeführt. Was ist dran an dieser Kritik?

Ökodesign wirkt – erwiesenermaßen!

Fakt ist: Ökodesign ist zusammen mit dem Energielabel eines der effektivsten und kosteneffizientesten Klimaschutzinstrumente, die wir auf europäischer Ebene haben. Ökodesign hat seinen Wert bereits bewiesen, z.B. bei der 2009 verabschiedeten Standby-Verordnung, durch die der Stromverbrauch so sehr sank, als wenn 200 Millionen Fernsehgeräte abgeschaltet worden wären. Durch alle weiteren Ökodesign-Maßnahmen werden wir in den nächsten Jahren soviel Energie einsparen, wie von 70 Atomkraftwerken produziert würde. Die Verbraucher sparen 280 Euro pro Jahr und Europa verringert die Energieabhängigkeit massiv, z.B. von Russland.

Auch von „Hinterzimmer-Diplomatie“ kann nicht die Rede sein: Bis ein Produkt reguliert wird, vergehen Jahre – leider oft noch zu viele, in denen mit Vorstudien und im Austausch mit allen Anspruchsgruppen, insbesondere der Industrie, Verbrauchern, Umweltverbänden und jedem interessierten Politiker, die Anforderungen an die Produktgruppen transparent besprochen werden.

Billiger Populismus bringt keinen Verbraucher- und Klimaschutz – Ökodesign dagegen schon!

Wer also aus populistischen Gründen die sinnvollen Ökodesign-Maßnahmen und die Energieverbrauchskennzeichnung dem Stammtisch aussetzt, ist kein Anwalt der Bürgerinnen und Bürger, sondern legt im Prinzip Axt an die ureigenen Interessen der Verbraucher – und zwar Kosten zu sparen, energieunabhängiger von Krisenstaaten zu werden sowie den Umwelt- und Klimaschutz in Europa voranzubringen.

Beispiel Staubsauger: Viel Watt bedeutet nicht automatisch viel Wirkung!

Staubsauger; Foto: © dmitrimaruta - Fotolia.comAb dem 1. September 2014 werden Staubsauger, die in Deutschland auf den Markt gebracht werden, das EU-Energielabel tragen und gesteigerte Mindestenergieeffizienzanforderungen erfüllen müssen. Das Label zeigt neben der Energieeffizienzklasse den durchschnittlichen jährlichen Energieverbrauch. Die neue EU-Ökodesign-Verordnung für Staubsauger legt u.a. fest, dass die auf dem Gerät genannte Leistung 1.600 Watt nicht überschreiten darf (ab dem 1. September 2017: 900 Watt).

Einige Medien zeichneten hier das Bild von Teppichen, die Dank der EU nicht mehr ordnungsgemäß gereinigt werden könnten. Leider besteht auch bei vielen Verbrauchern dieses unbegründete Vorurteil. Dabei ist die Saugleistung auf dem Teppich eben nicht, wie oft angenommen, direkt von der Eingangsleistung in Watt, also dem Stromverbrauch, abhängig. Der Teppich kann mit einem Staubsauger von 800 Watt genauso schnell und gründlich gereinigt werden wie mit einem Sauger mit 2.400 Watt – nur eben effizienter und sparsamer. Wer sich jetzt noch einen Stromschlucker über 2.000 Watt kauft, verbraucht also unnötig Strom und zahlt in Zukunft drauf.

Die Ökodesign- und Labelanforderungen im Bereich der Staubsauger werden dazu führen, dass die Energie von fünf Kohlekraftwerken in Europa und sogar bis zu einem Kohlekraftwerk in Deutschland eingespart wird. Sie leisten damit einen deutlichen Beitrag zur Erreichung der Energie- und Klimaschutzziele in Deutschland und der EU. Das zeigt: Gerade die Regelungen für Staubsauger wären ein Paradebeispiel für positive EU-Beschlüsse.

Beispiel Kaffeemaschine: Eco-Modus ist alles andere als kalter Kaffee!

Kaffeemaschine; Foto: CC BY-NC-ND 2.0 / Felix MeyerAb dem 1. Januar 2015 werden neue Kaffeemaschinen verpflichtend mit einem Eco-Mechanismus ausgestattet. Es wird Strom gespart, indem das Warmhalten des Kaffees automatisch nach einer Zeitspanne zwischen 5 und 40 Minuten beendet ist. Nun wurde in einigen Medien der Eindruck erweckt, man könnte zukünftig nur noch „kalten Kaffee“ trinken.

Eine Ente, denn der Eco-Mode ist sinnvollerweise ab Werk vorab eingestellt, wer dennoch seinen Kaffee über Stunden „schwarz“ köcheln möchte, kann jederzeit zurück in den “Stromschlucker-Modus“ wechseln.

Im Eco-Modus kann der Einzelne aber bis zu zehn Euro im Jahr sparen. Europaweit kommen so Energieeinsparungen von mehr als zwei Terrawattstunden pro Jahr zusammen. Zum Vergleich: Diese Einsparung entspricht der Leistung eines mittleren Gaskraftwerks.

Experten-Workshop am 2. Juni 2014 in Berlin

Gebäude des vzbv in Berlin Mitte

Marküberwachung ist seit jeher eine wichtige staatliche Aufgabe. Mit der Erweiterung auf die Bereiche der Energieverbrauchskennzeichnung und Ökodesign fallen immer mehr Produktgruppen und Bereiche in die Überwachungszuständigkeiten der Behörden. Parallel dazu sind auch Industrie und Zivilgesellschaft aktiv  – Industrieverbände haben Selbstverpflichtungen, Umwelt- und Verbraucherverbände spüren schwarzen Schafen nach. Schnittstellen sind dabei nicht ausgeschlossen. Warum also nicht bestehende Ansätze verbinden und so mögliche Synergieeffekte heben?

Am 2. Juni 2014 wollen wir in kleinerer Runde über laufende Aktivitäten und die Möglichkeiten und Grenzen weiterer Kooperationen diskutieren. Daher laden wir zu dem Experten-Workshop ein, der im Rahmen der deutschen „MarktChecker“- Kampagne organisiert wird. MarktChecker ist die deutsche Kampagne eines EU-weiten Marktüberwachungsprojektes, das in Deutschland von dem Verbraucherzentrale Bundesverband und dem Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland getragen wird.

“Marktüberwachung durch Private im Bereich der EnVK und Ökodesign in Ergänzung zur hoheitlichen Aufgabe der Marküberwachungsbehörde”

Folgende Fragen stehen dabei im Mittelpunkt und werden in Form von Kurzvorträgen und Diskussionen besprochen:

  1. Wie ist Marktüberwachung im Bereich der EnVK und Ökodesign geregelt?
  2. Welche Initiativen gibt es außerhalb der staatlichen Marktüberwachung?
  3. Welche extern erhobenen Informationen sind für Marktüberwachungsbehörden relevant und wie könnten diese Informationen einen bestmöglichen Nutzen für die Behörden bringen?

Zielgruppe: Oberste Landesbehörden, Örtlich zuständige Marktüberwachungsbehörden der Länder, Mess- und Prüfstellen, Experten für Marktüberwachung EnVK und Ökodesign aus Verbänden und Industrie

Termin:       Montag, den 2. Juni 2014 in der Zeit von 12.45-17.30 Uhr

Ort:                 Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Konferenzraum Erdgeschoss, Markgrafenstraße 66, 10969 Berlin, Eingang Rudi-Dutschke-Straße 17

Anmeldung: Bis 23. Mai 2014 an energie@vzbv.de

Ansprechpartner: Johanna Kardel (vzbv), E-Mail: Johanna.kardel@vzbv.de

Programm_2. Juni_Veranstaltung Marktüberwachung Ökodesign und EnVK

EuGH-Entscheidung: Rechtsunsicherheiten beseitigt, Verbraucherinteressen nicht berücksichtigt

mensch liegt auf dem Boden mit Gesetztestexten

Der Europäische Gerichtshof nahm sich Anfang April in einer Vorabentscheidung der Pflicht der Angabe der Energieverbrauchskennzeichnung im Handel an und bestätigt damit das Datum des ersten Inverkehrsbringens als Grundlage für die Präsenz des Labels. Verbraucher können daher auch in Zukunft nicht immer mit einer eindeutigen und verständlichen Energieverbrauchskennzeichnung rechnen.

Nach der EU-Richtlinie 2010/30 und den dazugehörigen delegierten Verordnungen (Bsp.  Nr. 1062/2010 für Fernseher) sind Hersteller dazu verpflichtet mit dem ersten Inverkehrsbringen eines Produkts einheitliche Etiketten zum Verbrauch von Energie und anderer Ressourcen zu erstellen und mit dem Gerät auszuliefern. Für Händler erwächst daraus die Verantwortung, diese Angaben an den Geräten anzubringen. Ausgangspunkt des Verfahrens war eine Klage, ob Lieferanten auch nachträglich dazu verpflichtet seien, Händlern das Energielabel zur Verfügung zu stellen. Als mögliche Begründung wurde die Kennzeichnung aller im Handel verfügbaren Produkte im Sinne eines fairen Wettbewerbs sowie die Marktdurchdringung energieeffizienter Produkte angeführt. Mehr

Die Mehrzahl der Händler hält sich an die Regeln

verschiedene Graphen

Eine Auswertung der ersten Stichproben im Einzel- und Onlinehandel hat ergeben, dass die Mehrzahl der Händler sich die meiste Zeit an die Regeln hält. Es sind einige wenige schwarze Schafe, die Auffälligkeiten in einzelnen Produktgruppen auslösen. Dennoch: Nachbesserungsbedarf besteht – insbesondere bei der Energieverbrauchskennzichnung von Fernsehern und beim Onlinehandel.

Methodik: Einkaufen in der Vor- und Nachweihnachtszeit

Von Dezember 2013 bis Ende Januar 2014 untersuchten wir im Handel die Richtigkeit der Energieverbrauchskennzeichnung und Ökodesignvorgaben in insgesamt 42 Verkaufsstellen. Neben den 20 Onlinehändlern wurden in 22 Geschäften in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben überprüft. Die Auswahl der Händler erfolgte dabei nach den Kriterien der Ladengröße, Marktmacht der Kette und Relevanz für Haushaltsprodukte. Der Fokus lag nicht auf dem kleinen Elektrofachgeschäft, sondern vielmehr auf den großen Elektro-, Küchen- und Möbelhändlern. Bei der Auswertung wurden vor allem Konformitätsraten von unter 90 Prozent als kritisch eingestuft.

Einzelhandel schneidet insgesamt gut ab

MarktChecker Ergebnisse im Einzelhandel nach Produktgruppen, Quelle: vzbv

MarktChecker Ergebnisse im Einzelhandel nach Produktgruppen, Quelle: vzbv

Die Untersuchung im Einzelhandel zeigte, dass Probleme vor allem bei Produkten mit dem alten zweiteiligen Label auftraten. Überraschend war hier die Anzahl der Produkte, die noch mit dem alten Label versehen waren. So waren 30 Prozent der gefunden Geschirrspüler noch alt gelabelt, wobei die neue Verordnung seit 2011 verbindlich für alle neuen Produkte auf dem Markt gilt. Da die alten Label in den meisten Produktkategorien nach und nach verschwinden werden, bleiben Backöfen und Wäschetrockner die Sorgenkinder – hier gilt nach wie vor das alte zweiteilige Label. Überraschend war, dass ausgerechnet Fernseher nur zu 81 Prozent korrekt gekennzeichnet waren. Denn der TV-Bereich ist eigentlich einfacher zu handhaben: Hier galt schon immer das neue Label. Dennoch war die Quote der fehlenden Label bei Fernsehern besonders hoch. In allen Produktgruppen zeigt sich allerdings, dass die Mehrzahl der Verstöße von einigen wenigen (in unseren Stichproben: sieben bis acht) Händlern ausgehen.

Onlinehandel bietet Anlass zur Sorge

Ergebnisse im Online-Handel nach Produktgruppen, Quelle: vzbv

Ergebnisse im Online-Handel nach Produktgruppen, Quelle: vzbv

Wie im stationären Handel gilt auch im Onlinehandel die Kennzeichnungspflicht. Anders als der stationäre Handel ist hier aber bislang nicht die Abbildung des Labels verpflichtend, es reicht auch die Angabe der in der Verordnung aufgezählten Pflichtinformationen. Das macht es nicht unbedingt einfacher. Vor allem Backöfen (Konformitätsrate 49 Prozent), Trockner (66 Prozent) und Wäschetrockner (58 Prozent) schnitten bei den Untersuchungen von MarktChecker schlecht ab. Ursache sind häufig Parameter wie Geräuschemissionen bei Backöfen oder Klimaklassen bei Kühlschränken, die nur selten richtig angegeben werden. Dafür ist ein komplettes Fehlen der Kennzeichnung nahezu unmöglich. Auch wenn im Onlinehandel mehr Händler schlecht abschneiden, gibt es doch auch viele, die die Regeln verstanden haben. Auffällig ist aber auch hier, dass die Pflicht zur Angabe der Effizienzklasse auf dem Übersichtsbild nicht von allen befolgt wird.

Was passiert jetzt? 

Die von uns beobachteten Verstöße werden an die jeweils zuständigen Marktüberwachungsbehörden weitergeleitet. Parallel kontaktieren wir die säumigen Händler in der Hoffnung, bei der nächsten Runde nur noch Konformitätsraten in Höhe von 100 Prozent zu finden.

Präsentation: Auswertung der ersten MarktChecker-Stichproben im Einzel- und Onlinehandel (engl.)

Fehlende Marktüberwachung das A und O

Lupe

Revisionsprozess der Ökodesign- und Energielabeling-Richtlinie

In Brüssel trafen sich heute zahlreiche Interessengruppen, um gemeinsam die ersten Ergebnisse der Studien zur Revision der Ökodesign- und Energielabeling-Richtlinien zu diskutieren. Fehlende Marktüberwachung war dabei nicht nur aus Sicht der Europäischen Kommission ein wichtiges Thema. 

EU Kommission, A-G-Skala aus Verbrauchersicht am einfachsten

EU Kommission, “Altes Label, neues Label”, A-G-Skala aus Verbrauchersicht am einfachsten

EU-Kommission: A-G-Skala aus Verbrauchersicht am einfachsten

Neben einer möglichen Ausweitung und Neuordnung der Ökodesign- und Labeling-Richtlinien drehte sich das dritte und damit letzte Konsultationstreffen zur Revision der Ökodesign- und Energielabeling-Richtlinie auch um fehlende Marktüberwachung. Während der Veranstaltung wurde fehlende Marktüberwachung immer wieder als eine der größten Hürden beim Erreichen der gesetzten Einsparziele, aber auch als Hindernis für eine Ausweitung der Richtlinie gesehen: ohne mögliche Überprüfung der Kriterien auch keine Ausweitung. Kritik kam dabei neben den Studienmachern und der Verbraucherverbände auch von Seiten der Industrie, die vor allem mit steigender Ambition der Vorgaben Wettbewerbsnachteile befürchtet. Juraj Krivošik von SEVEn sprach stellvertretend für die Verfasser der Studien davon, dass aktuell lediglich 0,6 Prozent des Marktes, der eigentlich betroffen ist von Ökodesign und Energielabeling, überwacht werden kann. Schuld sei neben einer mangelhaften finanziellen und personellen Ausstattung der Marktüberwachungsbehörden auch fehlende Kooperationen innerhalb der EU. Wenn vielfach in jedem Mitgliedstaat die gleichen Produkte getestet würden, sei das ineffizient und unnötig, so Krivošik.

Spannend wird es auch am morgigen Tag, wenn LEI und IPSOS die ersten Ergebnisse ihrer Untersuchung zum Verbraucherverständnis neuer Label vorstellen und DG Energy sich dazu äußert, welche Teile der Studien bei der Revision berücksichtigt werden. Die Ergebnisse sollen ab Anfang 2015 in die Revision der betreffenden Richtlinien einfließen.

VZ NRW gegen Amazon: Ein Verstoß gegen die EnVKV ist keine Kleinigkeit

Fehlende Pflichtinformationen der Energieverbrauchskennzeichnung  sind keine Bagetelle, sondern ein klarer Verstoß gegen § 4 UWG, so urteilte das Kölner Oberlandesgericht Ende 2013 und entschied damit rechtkräftig eine Klage der Verbraucherzentrale NRW gegen Amazon S.a.r.l.

ein Prototyp des Energielabels

Quelle: EU Komission, Label bald auch im Online-Handel verbindlich

Das Oberlandesgericht Köln stärkte damit Verbraucherrechte einer verlässliche Basisinformationen und betonte die besondere Verantwortung des Handels. Zugleich erteilte das Gericht dem Argument eine klare Absage, dass es sich bei fehlenden Energieverbrauchskennzeichungen lediglich um einen nicht verfolgungswürdigen und im Massengeschäft nicht zu vermeidenden Bagatellverstoß handele. Vielmehr sei eine unsachgemäße Darstellung ein Verstoß gegen § 4 Nr. 11 UWG und damit eine unlautere geschäftliche Handlung.

Zusätzlich bestätigte das Gericht die Pflicht des Händlers, die Energieeffizienzklassen auch auf den Übersichtsseiten zu zeigen. Dieser Pflicht kommen neben Amazon auch viele andere Online-Händler nicht nach. Die Kommission sieht vor, dass in Zukunft auch im Online-Handel das komplette Energie-Label angezeigt werden muss.

 

 

 

Ökodesign – was ist das eigentlich?

Ökodesign ist ein umfassender Ansatz, der die Umweltbelastungen von Produkten über ihren gesamten Lebenszyklus durch ein optimiertes Produktdesign verringert. Schließlich werden 80 Prozent der Umweltauswirkungen eines Produktes durch die Planungsphase bestimmt. Deshalb ist es sinnvoll, schon dort anzusetzen, um Produkte energieeffizienter und -sparsamer zu gestalten. Und in der Designphase wird nicht nur festgelegt, wie viel ein Produkt an Energie verbraucht, sondern zum Beispiel auch, ob es leicht repariert oder recycelt werden kann.

Ökodesign kann im Prinzip auf alle Produkte und Dienstleistungen angewendet werden. Vorgaben zur Gestaltung einzelner Produkte werden auf europäischer Ebene durch die Ökodesign-Richtlinie geregelt. Ergänzt werden diese Vorgaben durch die Richtlinie zur Energieverbrauchskennzeichnung von Produkten. Beiden Richtlinien will MarktChecker zu größerer Effektivität verhelfen. Denn: Wären unsere Industrie- und Haushaltsprodukte alle “öko-designed”, dann könnten wir im Jahr 2020 die Energieproduktion von ungefähr 70 Atomkraftwerken bzw. 180 Fukushima-Reaktoren einsparen.

In der Vergangenheit hat die Ökodesign-Richtlinie schon einiges bewirkt. So hat sich beispielsweise der Energieverbrauch von Geräten im Stand-by-Betrieb drastisch reduziert. Die Effizienzstandards von Kühlschränken haben sich so erhöht, dass Geräte der einstigen Spitzenklasse A inzwischen gar nicht mehr in Verkehr gebracht werden dürfen. Ein Gerät, das den Mindeststandard erfüllt, trägt inzwischen das Label A+.

Schauen Sie sich unser Video an, das Ökodesign noch etwas näher erklärt:

Ökodesign-Video

 

Damit Verbraucher das bekommen, was sie gekauft haben

Herzlich Willkommen zur MarktChecker-Kampagne! Hier geben wir Ihnen einen ersten kleinen Einblick darin, was in den nächsten drei Jahren passieren wird.

Viele Verbraucher achten mittlerweile beim Kauf elektrischer Geräte vermehrt auf den Strom- und Wasserverbrauch. Das ist auch sinnvoll – schließlich sind Kühl- und Gefriergeräte oder Waschmaschinen langfristige Anschaffungen. Bei vielen Geräten sind die Betriebskosten über die gesamte Lebensdauer deutlich höher als der Kaufpreis. Kein Wunder also, dass die EU schon seit langem versucht, über die Kennzeichnung des Energieverbrauchs und Mindeststandards für Energieeffizienz besonders sparsame Haushaltsgeräte zu fördern. Aber können sich Verbraucher auf die Angaben und Standards tatsächlich verlassen? Und finden sie im Laden wirklich immer die Kennzeichnung als Informationshilfe?

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