Viele Händler in Europa nutzen Energielabel nicht korrekt

Marketwatch-Report

Im Rahmen des EU-Projekts “MarketWatch” wurden europaweit 30.000 Elektronikprodukte in 243 Läden (Onlineshops und stationärer Handel) überprüft. Das Ergebnis: Etwa bei der Hälfte der Produkte war kein korrektes Energielabel angebracht. Bei einem Fünftel fehlte das Label komplett, so dass die Verbraucherinnen und Verbraucher den Energieverbrauch der entsprechenden Fernseher, Kühlschränke, Staubsauger etc. nicht beim Kauf berücksichtigen konnten. Bei einem weiteren knappen Drittel der Produkte waren die Energielabel entweder im falschen Format (20 Prozent), zu weit vom Produkt entfernt (4 Prozent) oder auf dem falschen Produkt (3 Prozent) angebracht. Etwa 500 der von den MarketWatch-Partnern untersuchten Produkte entsprachen nicht den Mindestvorgaben der Ökodesign-Verordnungen, weil ihr Energieverbrauch zu hoch ist.

In Deutschland waren die Zahlen etwas besser als in der gesamteuropäischen Betrachtung. Hierzulande wurden im stationären Handel 12 Prozent der vom VZBV und dem BUND untersuchten Produkte ohne Energielabel angeboten (im Onlinehandel: 2 Prozent). Falsch zugeordnete oder nicht korrekt platzierte Label gab es im Einzelhandel so gut wie keine, Onlineshops taten sich dagegen mit der korrekten Etikettierung schwer: Bei 23 Prozent passte das Energielabel nicht zum Produkt. Veraltete Labels bzw. Energielabel in einem falschen Format gab es im stationären Handel an 8, im Onlinehandel an 5 Prozent der Produkte. Im stationären Handel waren Fernseher, Elektroöfen und Staubsauger die fehleranfälligsten Produktkategorien, im Onlinehandel wurden am häufigsten Weinlagerschränke, Elektroöfen und Staubsauger mit nicht korrekten oder keinen Energielabeln gekennzeichnet.

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Studie: Große Bereitschaft zum Kauf effizienter Produkte

Frau geht ein Licht auf; Foto: Erdbeermarmelade / photocase.de

Deutsche VerbraucherInnen achten beim Einkaufen verstärkt auf energieeffiziente Produkte. Das zeigt die Studie “Umweltbewusstsein in Deutschland 2014”, die das Bundesumweltministerium (BMUB) in Auftrag gegeben hat. Bei der repräsentativen Bevölkerungsumfrage gaben 46 Prozent der Befragten an, beim Kauf von Haushaltsgeräten immer die energieeffizienteste Alternative zu wählen. Weitere 25 Prozent tun dies häufig. Bei Leuchtmitteln liegen die Zahlen sogar noch etwas höher (s. Grafik).

Abbildung 25: Häufigkeit des Kaufs von energieeffizienten Produkten; Quelle: BMUB / Studie "Umweltbewusstsein in Deutschland 2014", S. 53

Häufigkeit des Kaufs von energieeffizienten Produkten; Quelle: BMUB / Studie “Umweltbewusstsein in Deutschland 2014”, S. 53

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zeitvergleich: Bekanntheit und Einfluss der Energieverbrauchskennzeichnung; Quelle: BMUB / Studie "Umweltbewusstsein in Deutschland 2014", S. 54

Zeitvergleich: Bekanntheit und Einfluss der Energieverbrauchskennzeichnung; Quelle: BMUB / Studie “Umweltbewusstsein in Deutschland 2014”, S. 54

Energielabel bekannt und nützlich

Das Energielabel ist inzwischen fast allen VerbraucherInnen bekannt (95 Prozent). Und auch der Einfluss auf die Kaufentscheidungen ist mittlerweile sehr groß: Gaben im Jahr 2008 noch 64 Prozent der Befragten an, dass sie beim Kauf von Produkten die Kennzeichnung des Energieverbrauchs berücksichtigen, sind es 2014 bereits 84 Prozent.

Mit dem Kauf energieeffizienter Geräte können VerbraucherInnen die Umwelt effektiv entlasten. So betont das BMUB, dass ein Fünftel der CO2-Belastung, die durch das Wohnen entsteht, auf technische Geräte und Beleuchtung entfällt.

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