Wenn “A” draufsteht, aber nicht “A” drin ist

Eneergielabel; Foto: Haushaltsgeld.net / pixelio.de

Dem ein oder anderen ist das schon einmal passiert: Da hat man einen alten Kühlschrank durch einen neuen sparsameren ersetzt und trotzdem sinkt die Stromrechnung nicht. Beim Nachmessen ergibt sich dann, dass das Gerät mehr verbraucht als eigentlich angegeben. Wie das passieren kann und was zu tun ist, erklären wir Ihnen hier. 

Doch kein Fehler?

Zunächst einmal kann es sein, dass gar kein Widerspruch zwischen dem von Ihnen gemessenen und dem vom Hersteller angegebenen Verbrauch besteht. Die Angaben auf dem Energielabel beziehen sich nämlich lediglich auf Standardmessungen nach Norm und lassen nur bedingt Rückschlüsse auf den tatsächlichen Verbrauch zu. So werden die Werte beispielsweise bei Kühl- und Gefriergeräten unter der Vorgabe erhoben, dass die Tür die gesamte Zeit geschlossen bleiben muss. Das leuchtet zwar nur bedingt ein, ist aber aufgrund der Vergleichbarkeit der Messungen erforderlich. Somit ist es auch nahezu unmöglich, die angegebenen Werte vom Energielabel später in der Praxis wiederzufinden. Trotzdem können Unstimmigkeiten bleiben: So basieren beispielsweise bei Kühl- und Gefriergeräten die Messungen nach Norm auf einer sehr hohen Umgebungstemperatur von 25 Grad, die etwaige Unterschiede kompensieren soll.

Weitere mögliche Fehlerquellen

Eine Fehlerquelle bei einer Überprüfung zuhause sind mitunter auch die verwendeten Messgeräte. Einige Messgeräte haben Probleme mit der sogenannten Blindleistung, die vor allem bei Waschmaschinen, Netzteilen und Kühlschränken auftritt. Wenn das Messgerät diese nicht zuverlässig erkennt und vom erhobenen Verbrauch abzieht (Blindleistung fließt ins Netz zurück) ergeben sich deutliche Abweichungen, die gerade bei der Hochrechnung auf den Jahresverbrauch deutlich ins Gewicht fallen. Die Stiftung Warentest hat im Jahr 2008 Messgeräte getestet. Eventuell findet sich dort auch noch ein weiterer Hinweis auf die Ursache dieser hohen Abweichungen.

Meldung bei den Behörden machen

Wenn diese Messfehler vernachlässigt werden können, sollten Sie die Beobachtungen der zuständigen Marktüberwachungsbehörde melden. Die Marktüberwachung ist Aufgabe der Bundesländer. Die Zuständigkeit richtet sich dabei nach Ort des Einkaufs, Wohnort des betroffenen Verbrauchers und Sitz des Importeurs. Hier finden Sie die Adressen der zuständigen Behörden.

Wenn Sie sich an die zuständige Behörde richten, sollten Sie unbedingt folgende Informationen melden: Hersteller/Marke, Typ, Ausführung und Leistungsangaben sowie den Grund Ihrer Meldung. Des Weiteren sollten Sie, wenn möglich, das Herstelldatum, die Seriennummer, ein Bild des Typenschilds sowie den Fundort bzw. wo das Produkt gekauft wurde, angeben. Wenn Sie eine Rückmeldung wollen, geben Sie zusätzlich Ihren Namen sowie Kontaktmöglichkeiten an. Ihr Name wird von der Behörde natürlich nicht veröffentlicht. Doch bekommen Sie nur so eine Rückmeldung, da die Verfahren für Nichtbetroffene geheim gehalten werden. Sie können Ihre Meldung aber auch über die Datenbank der Behörden ICSMS machen.

Bekomme ich ein neues Gerät?

Leider bekommen Sie mit Ihrer Meldung nicht automatisch ein neues Gerät. Die Behörden testen nur Neuware. Da sind Sie dann doch auf den Hersteller angewiesen. Sollten die Behörden aber nachweisen können, dass alle Geräte des gleichen Typus zu viel verbrauchen, stehen Ihre Chancen gut. Für eine kurzfristige Linderung des Verbrauchs bleibt Ihnen ansonsten nur Ihr eigenes Nutzerverhalten. Bei Kühl- und Gefriergeräten können Sie über die Temperatureinstellung, die Dauer der Türöffnungen oder den Füllgrad den Energieverbrauch reduzieren. Hier finden Sie Tipps zum Energiesparen.

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