Europaweite Untersuchung zeigt Mängel beim Energielabel

Eine europaweite Untersuchung zur Energieverbrauchskennzeichnung zeigt gravierende Mängel im Online- und Einzelhandel. Besonders negativ sind die Ergebnisse im Online-Handel, wo durchschnittlich mehr als die Hälfte aller Produkte als mangelhaft gekennzeichnet waren.

Erheblichen Nachholbedarf im Online-Handel

Untersuchungen bei mehr als 100 Online-Händlern und 100 Einzelhändlern in elf EU-Mitgliedsstaaten ergab, dass im Einzelhandel durchschnittlich 23 Prozent nicht oder nur mangelhaft gekennzeichnet sind. Besonders negativ waren die Ergebnisse im Online-Handel, wo bei mehr 60 Prozent der angebotenen Produkte keine oder nur eine mangelhafte Kennzeichnung vorlag. Während im Online-Handel wenig Unterschiede zwischen den Produktgruppen gefunden wurden, schnitten im stationären Handel vor allem Fernseher und Klimageräte schlecht ab. Insgesamt wurden dabei europaweit mehr als 70.000 Produkte gepüft.

Wenig potenzielle Verstöße gegen die Ökodesign-Kriterien

Die Untersuchung nahm auch Ökodesign-Kriterien in den Fokus, konnte dabei allerdings wenig potenzielle Verstöße feststellen. Lediglich bei Glühlampen und Kühlschrank erfüllten 5 und 3 Prozent der geprüften Produkte nicht die aktuell geltenden Mindeststandards. Bei der Untersuchung der Angabe der Standardprogramme hingegen erfüllten nahezu ein Viertel aller Waschmaschinen und Geschirrspüler nicht die Anforderungen der Verordnungen. Allerdings ist es Aufgabe der Hersteller, die Standardprogramme eindeutig zu kennzeichnen.

MarktChecker Ergebnisse in Deutschland

MarktChecker kommt für Deutschland zu ähnlichen Tendenzen, wenn auch auf mit höhreren Einhaltungsquoten. Auch MarktChecker hat dabei den Online-Handel aus Bereich mit dem größten Nachholbedarf in punkto Einhaltung der Regeln identifiziert. Die detaillierten Ergebnisse zu MarktChecker finden Sie hier und in der Studie ab Seite 43.

Warum den Bericht lesen?

Der Bericht gibt nicht nur einen guten Überblick über Fallzahlen für Mängel bei der Energieverbrauchskennzeichnung und Ökodesign im elf Mitgliedsstaaten, sondern beschreibt auch wichtige Markttrends diesbezüglich. So lassen sich daraus Produktgruppen und Verkaufstellen ableiten, die besonders gefährdet für Verstöße der geltenden Regelen sind. Darüber hinaus beschreibt der Bericht sehr detailliert das Vorgehen und die Fallauswahl aller Projektpartner.

Report Juni 2014: Darstellung des Energielabels im Handel (engl.):

MarketWatch, Juni 2014 1st report, Energy label display in shops, Quelle: MarketWatch

Was sagt mir das Energielabel beim Kühlschrankkauf?

Kühlschränke im Elektromarkt; Foto: CC BY-NC-SA 2.0 / Tom Raftery

Jeder Verbraucher kennt das: Da steht man im Fachgeschäft und möchte z.B. einen neuen, möglichst energiesparenden Kühlschrank kaufen. Dass die regenbogenfarbenen Energielabel auf den Geräten bei der richtigen Auswahl helfen, weiß inzwischen jeder. Doch ohne Hintergrundwissen fühlt sich so mancher Käufer durch die Angaben eher verwirrt als aufgeklärt.

Dabei kann das Energielabel gut dabei helfen, besonders sparsame Geräte leicht zu erkennen. Gerade bei Kühl- und Gefrierschränken ist das ausgesprochen sinnvoll. Denn durchschnittlich entfallen mehr als 15 Prozent des Stromverbrauchs eines Haushalts auf diese Geräte.

Deshalb erklärt MarktChecker Ihnen hier, was die Angaben auf dem Energielabel bedeuten – und wie Sie besonders effiziente, und damit bares Geld sparende Kühlgeräte erkennen.

1. Die Effizienzklasse

A++

Kühl- und Gefriergeräte werden in die Effizienzklassen A+++ bis D eingeteilt. Da seit Juli 2012 keine Geräte mehr in den Handel kommen dürfen, die schlechter als A+ sind, sollte beim Neukauf unbedingt auf eine gute Effizienzklasse geachtet werden. So spart ein Kühlschrank in der Bestklasse A+++ gegenüber einem A+ Gerät durchschnittlich 50 Prozent Energie. Ein A++ Gerät spart noch 25 Prozent Energie gegenüber einem A+ Gerät. Die Effizienzklasse gibt den Stromverbrauch im Verhältnis zur Gerätegröße wieder und lässt sich daher nur teilweise vom absoluten Verbrauch beeinflussen. Achten Sie daher auch unbedingt darauf, dass das Gerät Ihren individuellen Bedürfnissen entspricht: Mit einem überdimensionierten Kühlschrank und unnötigen Zusatzfunktionen wie Eiswürfelspender kann keine Energieeinsparung erzielt werden!

2. Der Jahresstromverbrauch

JahresstromverbrauchEbenfalls auf dem Label findet sich der Jahresstromverbrauch in Kilowattstunden (KWh). Dieser richtet sich nach Standardwerten gemessen über einen Verlauf von 24 Stunden bei geschlossener Tür. Der Jahresstromverbrauch gibt daher nur bedingt den zu erwartenden Verbrauch wieder. Der tatsächliche Verbrauch richtet sich erheblich nach Aufstellungsort, durchschnittlicher Füllmenge des Kühlschranks, eingestellter Innentemperatur und Intaktheit der Dichtungen des Geräts. Kleine Kühlgeräte der Klasse A+++ verbrauchen dabei mittlerweile weniger als 100 kWh Strom pro Jahr, effiziente Kühl-Gefrier-Kombinationen liegen bei etwa 150 kWh.

3. Der Platz im Kühlbereich

Platz im KühlbereichDas folgende Symbol beschreibt den Nutzinhalt in Litern für den Kühlbereich. Unser Tipp: Wählen Sie beim Kauf eine Gerätegröße, die Ihren persönlichen Bedürfnissen am besten entspricht. Rechnen Sie dabei pro Person mit etwa 50 Litern Nutzinhalt.

 

 

4. Der Platz im Gefrierfach

Platz im GefrierfachMit diesem Symbol auf dem Energielabel wird der Nutzinhalt in Litern des Gefrierbereichs angegeben. Überlegen Sie auch hier gut, was Sie wirklich brauchen! Nicht ausgelastete Gefrierfächer verbrauchen viel unnötige Energie, da bei jedem Öffnen besonders viel kalte Luft entweicht und durch warme Luft ersetzt wird.

 

 

5. Die Lautstärke

LautstärkeDie so genannte maximale Geräuschentwicklung in Dezibel (dB(A)) oder auch Luftschallemissionen genannt, bezeichnet die Lautstärke des Geräts. Auch hier gilt: Weniger ist mehr! Je niedriger der angegebene Wert ist, umso leiser ist das Gerät. Je leiser das Gerät ist, umso besser ist die Isolierung und umso seltener muss das Gerät kühlen. Sie schonen mit niedrigen Geräuschpegeln also nicht nur Ihre Ohren, sondern auch den Geldbeutel. Typische Werte bei Kühlgeräten liegen zwischen der Flüsterlautstärke 30 dB(A) und 40 dB(A), was in etwa leiser Musik entspricht. Bei Geräten mit mehr als 40 Dezibel sollten Sie noch einmal genauer hinschauen.

Also: Überlegen Sie sich vor dem Kauf eines Kühlgeräts zunächst gut, wie viel Platz Sie wirklich für Ihre Lebensmittel benötigen. Wenn Sie dann die Angaben auf dem Energielabel berücksichtigen, finden Sie leicht einen Kühlschrank, der sparsam ist und Ihren Ansprüchen gerecht wird. Besonders sparsame Haushaltsgeräte finden Sie übrigens in der Übersicht der Verbraucherzentrale Energieberatung und auf den „EcoTopTen“-Seiten des Öko-Instituts. Weitere Informationen zum Energieverbrauch von Kühl- und Gefriergeräten bietet das Infoblatt der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.