Die Mehrzahl der Händler hält sich an die Regeln

verschiedene Graphen

Eine Auswertung der ersten Stichproben im Einzel- und Onlinehandel hat ergeben, dass die Mehrzahl der Händler sich die meiste Zeit an die Regeln hält. Es sind einige wenige schwarze Schafe, die Auffälligkeiten in einzelnen Produktgruppen auslösen. Dennoch: Nachbesserungsbedarf besteht – insbesondere bei der Energieverbrauchskennzichnung von Fernsehern und beim Onlinehandel.

Methodik: Einkaufen in der Vor- und Nachweihnachtszeit

Von Dezember 2013 bis Ende Januar 2014 untersuchten wir im Handel die Richtigkeit der Energieverbrauchskennzeichnung und Ökodesignvorgaben in insgesamt 42 Verkaufsstellen. Neben den 20 Onlinehändlern wurden in 22 Geschäften in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben überprüft. Die Auswahl der Händler erfolgte dabei nach den Kriterien der Ladengröße, Marktmacht der Kette und Relevanz für Haushaltsprodukte. Der Fokus lag nicht auf dem kleinen Elektrofachgeschäft, sondern vielmehr auf den großen Elektro-, Küchen- und Möbelhändlern. Bei der Auswertung wurden vor allem Konformitätsraten von unter 90 Prozent als kritisch eingestuft.

Einzelhandel schneidet insgesamt gut ab

MarktChecker Ergebnisse im Einzelhandel nach Produktgruppen, Quelle: vzbv

MarktChecker Ergebnisse im Einzelhandel nach Produktgruppen, Quelle: vzbv

Die Untersuchung im Einzelhandel zeigte, dass Probleme vor allem bei Produkten mit dem alten zweiteiligen Label auftraten. Überraschend war hier die Anzahl der Produkte, die noch mit dem alten Label versehen waren. So waren 30 Prozent der gefunden Geschirrspüler noch alt gelabelt, wobei die neue Verordnung seit 2011 verbindlich für alle neuen Produkte auf dem Markt gilt. Da die alten Label in den meisten Produktkategorien nach und nach verschwinden werden, bleiben Backöfen und Wäschetrockner die Sorgenkinder – hier gilt nach wie vor das alte zweiteilige Label. Überraschend war, dass ausgerechnet Fernseher nur zu 81 Prozent korrekt gekennzeichnet waren. Denn der TV-Bereich ist eigentlich einfacher zu handhaben: Hier galt schon immer das neue Label. Dennoch war die Quote der fehlenden Label bei Fernsehern besonders hoch. In allen Produktgruppen zeigt sich allerdings, dass die Mehrzahl der Verstöße von einigen wenigen (in unseren Stichproben: sieben bis acht) Händlern ausgehen.

Onlinehandel bietet Anlass zur Sorge

Ergebnisse im Online-Handel nach Produktgruppen, Quelle: vzbv

Ergebnisse im Online-Handel nach Produktgruppen, Quelle: vzbv

Wie im stationären Handel gilt auch im Onlinehandel die Kennzeichnungspflicht. Anders als der stationäre Handel ist hier aber bislang nicht die Abbildung des Labels verpflichtend, es reicht auch die Angabe der in der Verordnung aufgezählten Pflichtinformationen. Das macht es nicht unbedingt einfacher. Vor allem Backöfen (Konformitätsrate 49 Prozent), Trockner (66 Prozent) und Wäschetrockner (58 Prozent) schnitten bei den Untersuchungen von MarktChecker schlecht ab. Ursache sind häufig Parameter wie Geräuschemissionen bei Backöfen oder Klimaklassen bei Kühlschränken, die nur selten richtig angegeben werden. Dafür ist ein komplettes Fehlen der Kennzeichnung nahezu unmöglich. Auch wenn im Onlinehandel mehr Händler schlecht abschneiden, gibt es doch auch viele, die die Regeln verstanden haben. Auffällig ist aber auch hier, dass die Pflicht zur Angabe der Effizienzklasse auf dem Übersichtsbild nicht von allen befolgt wird.

Was passiert jetzt? 

Die von uns beobachteten Verstöße werden an die jeweils zuständigen Marktüberwachungsbehörden weitergeleitet. Parallel kontaktieren wir die säumigen Händler in der Hoffnung, bei der nächsten Runde nur noch Konformitätsraten in Höhe von 100 Prozent zu finden.

Präsentation: Auswertung der ersten MarktChecker-Stichproben im Einzel- und Onlinehandel (engl.)

MarktChecker Presentation results: 1st Round ShopVisits (31 KB)

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