Damit Verbraucher das bekommen, was sie gekauft haben

Herzlich Willkommen zur MarktChecker-Kampagne! Hier geben wir Ihnen einen ersten kleinen Einblick darin, was in den nächsten drei Jahren passieren wird.

Viele Verbraucher achten mittlerweile beim Kauf elektrischer Geräte vermehrt auf den Strom- und Wasserverbrauch. Das ist auch sinnvoll – schließlich sind Kühl- und Gefriergeräte oder Waschmaschinen langfristige Anschaffungen. Bei vielen Geräten sind die Betriebskosten über die gesamte Lebensdauer deutlich höher als der Kaufpreis. Kein Wunder also, dass die EU schon seit langem versucht, über die Kennzeichnung des Energieverbrauchs und Mindeststandards für Energieeffizienz besonders sparsame Haushaltsgeräte zu fördern. Aber können sich Verbraucher auf die Angaben und Standards tatsächlich verlassen? Und finden sie im Laden wirklich immer die Kennzeichnung als Informationshilfe?

Tatsächlich hat es in den vergangenen Jahren immer wieder gravierende Verstöße gegeben. Wissentlich oder auch unwissentlich wurden Werte gefälscht, schlechte Kennzahlen vertuscht oder Kennzeichnungen des Energieverbrauchs nicht angebracht – zulasten der Verbraucher, regelkonformen Unternehmen und der Kennzeichnung an sich, die damit ihre Glaubwürdigkeit verliert. Der so verursachte Schaden ist immens. Ein Fünftel aller versprochenen Energieeinsparungen geht aufgrund von mangelhaften Produkten gleich wieder verloren. Dadurch wird ein zusätzlicher Energieverbrauch in Höhe von 100 Terawattstunden pro Jahr verursacht, was in etwa dem gesamten Haushaltsenergiebedarfs von Osteuropa entspricht. MarktChecker will das ändern.

ein Prototyp des Energielabels

Quelle: EU Komission

Natürlich sind wir nicht die Ersten, denen dieses Problem aufgefallen ist. Viele Marktüberwachungsbehörden in der ganzen EU beschäftigen sich seit Jahren mit dem Problem. Und auch aus der Zivilgesellschaft hat es eine ganze Reihe wichtiger Initiativen gegeben. Aber der lange Atem stockt mitunter und gerade der sehr technische Bereich der Ökodesignverordnungen ist nicht jedermanns Sache. MarktChecker kann da helfen! Gemeinsam mit Marktüberwachungsbehörden und der Zivilgesellschaft werden wir schwarze Schafe erst identifizieren und dann den Dialog mit ihnen suchen. Fehlt ihnen danach die Einsicht, etwas zu ändern, werden wir Druck über die Öffentlichkeit erzeugen.

MarktChecker mag in den zurückliegenden Monaten sehr ruhig gewirkt haben. Doch der Eindruck täuscht: Wir haben erste große Marktverstöße sowie Lücken in der Arbeit der Marktüberwachungsbehörden identifiziert und gehen demnächst mit unserem Marktüberwachungsprogramm in die Praxisphase. In den kommenden drei Jahren werden wir Produktkennzeichnungen und Ökodesign-Standards im Einzel- und Onlinehandel genau unter die Lupe nehmen. Parallel dazu starten Anfang 2014 umfangreiche Produkttests, mit denen im Laufe der Zeit 120 Geräte auf Herz und Niere getestet werden. Die Ergebnisse werden in regelmäßigen Abständen auf dieser Webseite veröffentlicht.

MarktChecker ist ein Zusammenschluss von 16 Organisationen aus zwölf europäischen Ländern. Auch wenn die meisten bereits seit Einführung der Kennzeichnungs- und Ökodesignverordnung an dem Thema arbeiten, sind damit noch lange nicht alle Experten eingebunden. Unser Ziel ist es, dass mit der Zeit ein EU-weites Netzwerk von Akteuren aus Behördenkreisen und der Zivilgesellschaft entsteht. Damit soll MarktChecker auch über den dreijährigen Projektzeitraum hinaus dafür sorgen, dass die korrekte Verwendung der Energieverbrauchskennzeichnung und der Ökodesign-Standards gesichert ist und somit das Vertrauen der Verbraucher in diese Politikinstrumente und Angaben gestärkt wird. – Schließlich sollen Verbraucher auch tatsächlich die effizienten Produkte bekommen, die sie gekauft haben!

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